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20 Umgangsformen die du kennen musst, bevor du deine Japan Reise startest

Japan Urlaub

Japanische Umgangsformen

Hier folgt jetzt noch eine Liste von Umgangsformen in Japan, die man beherzigen sollte, wenn man die sprichwörtlichen Fettnäpfchen während der Reise vermeiden möchte:

  • Körperkontakt ist den meisten Japanern Fremden gegenüber unangenehm, weswegen man Händeschütteln vermeiden sollte. Stattdessen wird sich bekanntermaßen verbeugt. Dabei gilt: Je tiefer und länger die Verbeugung, desto höher ist der signalisierte Respekt.
    Im Geschäftsbereich, vor allem mit ausländischen Geschäftspartnern, ist Händeschütteln mittlerweile zur Norm geworden.
    Weiterhin tauscht man mit Geschäftspartnern, denen man zum ersten Mal begegnet, Visitenkarten — 「名刺」、めいし — aus. Diese werden mit beiden Händen so überreicht, dass sie für die Person gegenüber richtig herum lesbar ist. Möchte man sie verstauen, sollte man darauf achten, sie nicht zu knicken oder auf ähnliche Art zu beschädigen und sie in dem Fall in das dafür vorgesehene Fach der Geldbörse zu stecken, nachdem man sie gelesen hat. Setzt man sich legt man die erhaltene Karte vor sich ab.
  • Da wir schon vom Verstauen reden: Es wird als sehr unhöflich und eklig empfunden, Taschentücher in der Öffentlichkeit zu benutzen und dann etwa in der Hosentasche zu verstauen. Wenn man sie unbedingt benutzen muss, dann sollten sie gleich darauf im Müllkorb landen. Stofftaschentücher werden auch nicht gern gesehen. Wenn also Not herrscht, sollte man Einwegtaschentücher verwenden. Es mag Nicht-Japanern etwas anstößig erscheinen, aber Rotz wird in Japan eher “nach hinten gezogen”. Gerade in Situationen mit wenig Bewegungsfreiheit kann das schon Nerven kosten …
  • Wenn eine Wohnung in Japan betreten wird, zieht man üblicherweise die Schuhe aus. Daher sollte man stets Socken tragen. Barfüßigkeit, auch mit Sandalen, ist eher unüblich. Es ist ebenfalls Sitte, jemanden, der die Wohnung verlassen möchte, bis zur Wohnungstür oder dem Haustor zu begleiten.
  • Im Restaurant wird es als höflich angesehen, vor dem Essen 「いただきます」und nach dem Essen 「ごちそうさまでした」(mit den Essstäbchen in den gefalteten Händen) zu sagen. Ist man mit mehreren Personen am Tisch, ist es angebracht, das Trinken mit 「かんぱい」einzuläuten. Je nach Situation kann es da schon vorkommen, dass jeder genommene Schluck so kommentiert wird. Wenn ihr euch unsicher seid, macht es einfach euren Tischnachbarn gleich.
  • Es ist ebenfalls Sitte, die Gläser bzw. Schälchen der Tischnachbarn zu füllen (bei 「酒」、さけ mit beiden Händen) und wiederum das eigene Glas gefüllt zu bekommen. Beim Anstoßen in Situationen, in denen Rang eine Rolle spielt, ist es üblich mit Rangniederen anzustoßen. Dabei kann es auch durchaus zu lustigeren Spielchen unter den Mitarbeitern kommen, im “Streit” darum, wer den niedrigsten Rang hat (es ist generell nicht unüblich, dass Japaner die eigenen Fähigkeiten, die eigene Person, den Wert von gegebenen Geschenken etc. herabwürdigen).  Wenn man nicht mehr nachgeschenkt bekommen möchte, lässt man das Glas befüllt. Wenn man sich selbst einschenken möchte, sollte man zuerst anderen einschenken.
  • Beim Essen mit Stäbchen sollten diese nicht benutzt werden, um auf Personen oder Dinge zu zeigen. Sie sollten nicht z.B. in eine Reisschüssel gesteckt werden, sodass sie darin stehen, noch sollte man im Essen herumstochern oder die Nahrungsmittel auf dem Teller mit Stäbchen verteilen. Dies liegt darin begründet, dass es erstens generell unhöflich ist mit dem Finger oder langen Gegenständen in Japan auf andere Menschen oder Dinge zu zeigen (wenn man auf etwas zeigen möchte, sollte man die ganze Hand benutzen) und zweitens gibt es Beerdigungsriten, bei denen nach der Kremation die Knochen der verstorbenen mit Stäbchen in eine Urne gegeben werden. Essen vom eigenen Teller auf den einer anderen Person mit Essstäbchen zu geben, erinnert Japaner an dieses Ritual. Wenn man etwas teilen möchte, sollte man daher die dickeren Enden der Stäbchen benutzen. Die aufgerichteten Essstäbchen erinnern an stehende Räucherstäbchen — ebenfalls im Zusammenhang mit Beerdigungsriten.
  • Suppen-, Reis- und Nudelschüsseln werden beim Essen ans Kinn gehoben, um Sauereien zu vermeiden. Nudeln dürfen und sollen geschlürft werden.
  • Mahlzeiten werden oft “durcheinander” gegessen. Es ist nicht üblich eine Portion nach der anderen zu essen, sondern Kleinigkeiten von allem dargereichten zu nehmen.
  • Servietten und ähnliche Tücher sollten nach Benutzung gefaltet und nicht zerknüllt werden.
  • In vielen Restaurants wird vor dem Essen ein Tuch gereicht. Das ist für die Hände gedacht und nicht für das Gesicht oder andere Körperteile.
  • Auch ist es unhöflich, übermäßig viele Servietten zu nehmen oder kleine Mitbringsel, z.B. Zuckerpäckchen, Streichholzschachteln o.ä., zu stibitzen.
  • Tee sollte man nicht nachzuckern. Das gilt als ungebührlich.
  • Wenn sich eine Feier bis in die Nachtstunden ziehen sollte und bei fröhlicher Trunkenheit noch der Übermut hinzu kommt, gehört es sich, über die Ereignisse am Tag darauf Stillschweigen zu bewahren. Was bei einer Feier passiert, bleibt auch dort!
  • Anders als in Deutschland werden Mahlzeiten nach dem Essen nicht beim Kellner oder der Kellnerin abgerechnet, sondern am Empfang oder welcher Bereich auch immer dafür auserkoren wurde. Trinkgeld ist nicht üblich und man sollte es vermeiden, das Wechselgeld nach Empfang zu zählen. In manchen Restaurants und in vielen Geschäften gehört es außerdem noch zum guten Ton, Geld zum Bezahlen im Umschlag zu überreichen, obschon immer weniger Japaner dieser Tradition folgen. In jedem Falle wird es nicht direkt übergeben, sondern auf eine dafür vorgesehene Unterlage gelegt.
  • In der Öffentlichkeit im Stehen oder beim Gehen etwas zu essen, ist verpönt. Ausnahmen hierfür bilden Imbissbuden, an denen im Stehen gegessen wird.
  • In Japan gilt es als höflich, eine Anfrage für kleine Hilfeleistungen beim ersten Mal abzulehnen. Daher ist es auch keine Schande, die Person mehrmals zu fragen.
  • Handgesten unterscheiden sich von den europäischen Gewohnheiten:
    • Verneint wird, indem die Hand, mit den Flächen seitlich zeigend, mehrmals vorm Gesicht gefächelt wird.
    • Wenn sie auf sich selbst zeigen, weisen Japaner auf die Nase anstatt auf die Brust.
    • Das Peace- oder Victory-Zeichen wird oft für Fotoposen gezeigt.
    • Wenn man physische Auseinandersetzungen vermeiden will, sollte man selbstverständlich auf unhöfliche Gesten wie “den Finger” verzichten — auch dann, wenn es nur zum Spaß ist!
    • Japanische Mädchen und Frauen bedecken oft mit der Hand den Mund, wenn sie beim Lachen oder Lächeln Zähne zeigen.
  • Da in Japan öffentliche Bäder keine Seltenheit sind, gibt es einige Regeln, die man beachten sollte:
    • Bevor man in das eigentliche Badewasser eintaucht, ist es de facto eine Pflicht, sich vorher in den dafür vorgesehenen Bereichen zu waschen. Das Badewasser wird in japanischen Bädern geteilt; es sollte also nicht verwunderlich sein, dass man sich vorher waschen muss.
    • Gebadet wird sehr heiß! Wem das unangenehm ist, fragt besser, ob man die Temperatur mit kaltem Wasser herabsenken darf. Ist man allein, sollte man die Wassertemperatur nur sparsam senken.
    • Bikini und Badehose sind in japanischen Bädern nicht erlaubt und man wird entweder entfernt oder der Einlass verweigert, wenn man diese Regel bricht.
    • Wer Tattoos besitzt, sollte diese in irgendeiner Form abdecken oder sich beim Personal vorher darüber informieren. Viele öffentliche Bäder verweigern den Einlass für Personen, die öffentlich ihre Tattoos zur Schau stellen. Tattoos sind in Japan bei Weitem nicht so verbreitet wie in westlichen Kulturen, da deren Träger vor allem der やくざ — also der japanischen Mafia — angehören. Auch ist es vielen Japanern unangenehm, sich eben aus diesem Grund im selben Raum aufzuhalten. Das klingt hart, aber bedenkt man den Einfluss und die Geschichte der やくざ, ist es auch nicht weiter verwunderlich. (やくざ bedeutet möglicherweise acht-neun-drei und es wird vermutet, der Begriff entstammt einem alten Würfelspiel.)
  • Man sollte sich nicht wundern, dass pornographisches Material schamlos in gewöhnlichen Zeitungsläden in aller Öffentlichkeit gelesen oder verkauft wird. Außerdem haben auch “normale” Magazine und Zeitungen oft spezielle Seiten.
  • Mobiltelefone sind selbstverständlich auch in Japan weit verbreitet. Es gilt allerdings als absolut unhöflich, Gespräche in öffentlichen Einrichtungen und Verkehrsmitteln zu führen. Gleiches gilt natürlich auch für nervende Klingeltöne und laute Musik. Japaner sehen zwar Ausländern vieles nach, aber es kann durchaus vorkommen, dass sich jemand, der vielleicht gerade einen schlechten Tag hat, durch despektierliches Verhalten persönlich provoziert fühlt. Mobiltelefone an diesen Orten am besten stumm schalten. Texten ist kein Pro

Kennst du noch mehr japanische Umgangsformen, die wir nicht in der Liste aufgenommen haben? Worauf sollte man achten, wenn man eine Japan Reise antritt? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

Japanisch Lernen: Bitte, Vorstellung, Ja und Nein auf Japanisch

Japanisch Lernen

Um etwas bitten

Auf Japanisch eine Bitte zu äußern, unterscheidet sich prinzipiell nicht von den anderen hier vorgestellten Wendungen, da man vom grundlegenden Prinzip oder Satzschema nicht abweichen muss. Im Deutschen dagegen wäre es zwar nicht falsch, aber dennoch etwas seltsam anmutend, würde man zum Beispiel im Restaurant mit “Bier, bitte”, “Suppe, bitte” und “Tagesmenu, bitte” die Bestellungen aufgeben. Und obschon es Menschen gibt, die so bestellen, neigt man im Deutschen bei Bitten prinzipiell zum Konjunktiv (“Ich hätte gerne ein Bier, bitte”, “Ich würde das Tagesmenü nehmen”). Diesen Höflichkeitsspagat muss man im Japanischen nicht ausüben, da es prinzipiell nur zwei Floskeln gibt, mit denen man um etwas bittet.

Dies ist zum einen 「くだせい」und zum anderen 「おねがいします」, wobei die letztere Form die höflichere ist.

Auf くだせい trifft man mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn man zum Beispiel einem Japanischkurs beiwohnt und vor dem Abspielen von japanischen Dialogen die Bitte ertönt 「聞いてください」、きいてくだせい (“Hört bitte genau zu”). Nach demselben Rezept kann man auch nach physischen Dingen fragen, nur dass man dazu das Partikel 「を」benötigt, das wie 「お」ausgesprochen wird.  Ist man beispielsweise in einem Restaurant und möchte wie oben ein Bier bestellen (nachdem man gefragt wurde, was man trinken möchte:飲みますか」、なにのみますか。“Was möchten Sie trinken?” Es gibt natürlich noch andere Wendungen.), dann muss man nichts weiter sagen als 「ビールをおねがいします」: “Bier, bitte”. Bis auf die Höflichkeitsebene macht es wie gesagt keinen Unterschied, ob man ください oder おねがいします verwendet. Allerdings ist es im Restaurant und ähnlichen Gaststätten üblich, mit おねがいします die Bitte zu äußern.

Sich vorstellen

Vorstellungsrituale gibt es in fast jeder Kultur und die meisten folgen festen Mustern, die zwar linguistischen Abweichungen unterliegen, aber dennoch einer logischen Abfolge unterliegen, die meist so aussieht:

 

Grußformel -> Vorstellung der eigenen Person -> positive Affirmation

Zum Beispiel: Guten Tag. Mein Name ist … Es freut mich, Sie kennenzulernen.

Auch im Japanischen gibt es ein ritualisiertes Muster, das so aussieht:

はじめまして。 〜です。よろしくおねがいします。

Zunächst einmal. Ich bin … Bitte erinnern Sie sich an mich.

Dies ist die wörtliche Übersetzung. 「はじめまして」ist eine feste Redewendung, die eine Vorstellung einleitet und ist gleichzusetzen mit einer Grußformel. 「です」ist die höfliche Präsensform von “zu sein”. Wie schon erwähnt, befindet sich das Verb in der japanischen Sprache am Ende eines Satzes. Statt also “Ich bin Takeshi” heißt es sozusagen “Takeshi ist”. 「よろしくおねがいします」ist ein Ausdruck, der wörtlich obiges aussagt, aber eben bedeutet “Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen”, “Auf gute Zusammenarbeit” etc.

Ja und Nein

Affirmation und Negation unterliegen ebenfalls unterschiedlichen Ebenen der Höflichkeit.

 

  • 「はい」für “Jawohl!” dürfte der bekannteste Ausdruck sein. Da er sehr zackig und militärisch klingt, ist er vor allem im Arbeitgeber-Arbeitnehmer-, Lehrer-Schüler- und Vorgesetzter-Untergebenen-Situationen vorzufinden — also prinzipiell allen, in denen Rang eine Rolle spielt. In entspannteren Situationen wird daher oft 「ええ」für “Ja” oder 「そうです」für “Genau!” oder “Stimmt!” verwendet.
  • 「いいえ」ist das Pendant zu “Nein!” und unterliegt keinen besonderen Höflichkeitsaspekten.
  • Schließlich gibt es noch die umgangssprachlichen Ausdrücke 「うん」für “Mhm!” und 「ううん」für “Nee!”

Auch in dieser Lektion hast du hoffentlich wieder viel gelernt! Wenn du noch mehr Japanisch lernen willst, dann findest du hier die nächste Lektion.

Entschuldigung und Danke auf Japanisch

Japanisch Lernen

Entschuldigung und Danke

Im japanischen Alltag gibt es prinzipiell zwei Arten, eine “Entschuldigung” auszudrücken. Die erste 「すみません」wird vornehmlich gebraucht, um die Aufmerksamkeit einer Person zu erwecken. Zum Beispiel kann man im Restaurant mit すみません die Aufmerksamkeit des Kellners erhaschen (wenn es im Restaurant nicht sogar einen Rufknopf gibt) oder wenn man auf der Straße jemanden fragt, leitet man ebenfalls mit すみません ein.

Wenn man etwa nach dem Ort der nächstgelegenen U-Bahn fragen will, könnte dies so aussehen:

すみません。近い地下鉄はどこですか。」、すみません。もっと・も・ちかいちかてつえき・は・どこ・ですか。

“Entschuldigen Sie. Wo ist die nächstgelegene U-Bahn?”

Oder wenn man sich nach der Zeit erkundigen möchte:

すみません。何時ですか。」、すみません。いまなんじ・ですか。

“Entschuldigen Sie. Wie spät ist es?

Auch wenn man eine andere Person aus Versehen mit dem Ellenbogen touchiert oder aus Ungeschick auf den Fuß tritt, kann man sich mit すみません entschuldigen.

Anders verhält es sich bei kleineren und größeren Vergehen, wie zum Beispiel Zuspätkommen oder Unachtsamkeiten, die Anderen zum Nachteil werden. In solchen Fällen kommt die zweite der Phrasen 「ごめんなさい」zum Einsatz. Unter Freunden wird sie auch gern zu ごめん verkürzt.

Beim Bedanken kommt es wieder darauf an, in welchem Umfeld man sich gerade befindet und wie tief die Dankbarkeit ausgedrückt werden soll. Dabei gilt wieder, die längeren Phrasen drücken den größeren Respekt aus und sind somit am höflichsten.

「どもありがとうございました」ist die höflichste Form, der man regelmäßig im Alltag begegnen wird. Sie besteht aus den Teilen:

  • 「ども」: bedeutet etwa “auf jede Art”. Dieser Ausdruck wird ebenfalls als verkürzte Floskel verwendet, wobei die erste Silbe verlängert wird zu 「どうも」. どうも ist die legere Art, seinen Dank auszudrücken.
  • 「ありがとう」: Zusammen mit 「ございました」bedeutet diese Wendung in etwa “die Existenz (dieser Sache) ist schwierig gewesen” oder “es ist ein seltenes Gut gewesen”. Das mag kompliziert klingen, aber es zeigt, wie unterschiedlich die Gedankenwelten Japans zur westlichen Kultur sind. Auch ありがとう ist allein stehend eine weniger formelle Variante, Dank zu zeigen.
  • 「ございました」ist die höfliche Vergangenheitsform von “zu sein”. Die geläufigere Variante ist die Präsensform 「ございます」, die man im Zweifelsfall auch verwenden sollte, da die Phrase oben wohl zu geschwollen klingt. Insofern kann man mit 「ありがとうございます」nichts falsch machen.

Jetzt weisst du also auch, wie man Entschuldigung und Danke auf Japanisch sahen kann. Du kannst gerne eine Danke in den Kommentaren hinterlassen, wenn dir unsere Japanisch Lernen Webseite gefällt.

Hier geht es zur nächsten Japanisch Lernen Lektion!