Die perfekte Japan Reise: Kosten und Reisetipps

Eine Japan Reise ist eine lohnenswerte Unternehmung und wer sich sogar die Zeit nimmt, Japan von Nord nach Süd und Ost nach West (oder umgekehrt) zu bereisen, wird Teil einer breitgefächerten Erlebniswelt und viele Erinnerungen mit nach Hause nehmen können. Ob man nun auf das etwas verrückte Dauerhigh-Tokyo steht, auf die ruhige – fast ländliche – Zenwelt von Kyoto, das zurückgelehnte Okinawa oder das winterliche Hokkaido, Japan verbindet zukunftsorientiertes Hightech mit den traditionellen Aspekten von Respekt und Ordnung. Jemand, der gern die Clubs bis spät in die Nacht abklappert, wird genauso bedient, wie jemand, der Interesse  an der reichen Kulturgeschichte des Landes hat, in Zen-Gärten, Nationalparks oder Tempeln entspannen und staunen möchte oder den kulinarischen Reichtum Japans direkt an der Quelle ausprobieren möchte.

Sicher ist Japan eines der kostenintensivsten Länder, das man besuchen kann – zumindest dann, wenn man sich von einem gewissen Luxus nicht trennen möchte. Aber müssen es denn unbedingt immer das beste Hotel und die feinsten Speisen sein? Mit ein paar Tricks und Kniffen lässt sich eine Japan Reise auch für den gepeinigten Geldbeutel bewerkstelligen. In diesem Japan Reiseführer haben wir die meisten Kostenpunkte für euch zusammengestellt. Die Preise sind hierbei als Richtwerte zu betrachten und können von Region zu Region stark variieren, aber sie sind immer mit dem Ziel aufgestellt, sich am Zielort möglichst wenig Gedanken über die Finanzen machen zu müssen.

Ein kleiner Japan Reisetip: Mit einem Grundlagenwissen der japanischen Sprache gestaltet sich ein Tripp zum Inselland wesentlich leichter, da in den touristischen Anlagen das Personal wohl der englischen Sprache zumindest etwas mächtig sein wird, jedoch außerhalb der Tourismuszentren so gut wie niemand irgendeine Fremdsprache beherrscht.

Normale Kosten während der Japan Reise

Unterkunftskosten:

Die meisten Hotels werden pro Nacht zwischen 2500 und 4000 ¥ für ein Mehrbettzimmer verlangen; Kapselhotels berechen 3000 bis 5500 ¥ für ein kleines Zimmer. Für mehr Privatsphäre muss entsprechend mehr auf den Tisch gelegt werden: 8500 ¥ kostet ein Doppelzimmer in einem günstigen Hotel.

Selbstredend fallen Wohnungspreise in japanischen Großstädten wesentlich höher aus als in Kleinstädten und ländlichen Gegenden. Die Mietpreise in Okinawa etwa entsprechen ungefähr der Hälfte der Mieten in Tokyo. Wer auf der Japan Reise kein Problem mit Scheue hat, kann bei Airbnb nach geteilten Zimmern suchen. Da werden dann im Schnitt 3000 ¥ fällig, während ein privates Apartment oder Haus mit 8800 ¥ pro Nacht zu Buche schlägt.

Ein besonderes Erlebnis bieten althergebrachte Bed & Breakfast Inns – die sogenannten Ryokan (旅館) – die zwar teurer ausfallen als die Ottonormalhotels, aber wer einmal auf Tatami-Matten schlafen, japanisches Frühstück serviert und traditionelle Unterhaltung in einem Paket erleben möchte, wird sich schnell mit dieser Art Hotel anfreunden können.

Mahlzeiten:

Auch auf Japan Reisen muss auswärts Essen nicht unbedingt das komplette Budget verschlingen. Wer auf die besondere Atmosphäre und den gewissen Hauch von Luxus verzichten kann, findet schnell Restaurants, die Mahlzeiten in der Preiskategorie 500 bis 1000 ¥ anbieten (gerade einmal rund fünf bis 10 €). Für eine Mahlzeit in einem Mittelklasse-Restaurant sollten nicht mehr als 3000 ¥ pro Mahlzeit anfallen und bei Nobelrestaurants ist die Preisgrenze selbstverständlich nach oben hin offen. Aber es muss ja wie gesagt nicht immer das Beste vom Besten sein. Ganz im Gegenteil: Zur Mittagszeit bieten viele Restaurants Komplettmenus – die teishoku – an. Für um die 1000 ¥ bekommt man da eine vollständige Mahlzeit. Zur Mittagszeit gehen allerdings viele, wenn nicht sogar die meisten, Bürojobler essen, wodurch die anbietenden Restaurants in diesem Zeitraum sehr gut besucht sind und sich vor beliebten Soba- und Miso-Etablissements regelmäßig Schlangen bilden. Wer dort essen will, sollte der Landssprache so weit mächtig sein, dass der Bestellvorgang zügig vonstatten geht oder besser gleich bis zur Nach-Mittags-Zeit abwarten. Wem das alles keine Probleme bereitet, sollte die Augen nach folgenden Symbolen offenhalten: 定食 (teishoku).

Japan Reise

Eine alternative zu Restaurants bieten die weitverbreiteten 7-Eleven-Märkte, in denen man billige japanische Fast-Food-Kost einkaufen und auch gleich im Laden verzehren kann. Kurz vor Ladenschluss werden frische Lebensmittel heruntergesetzt; Late-Night-Shopping lohnt sich also. Wer darauf achtet, saisonale Obst- und Gemüsesorten zu kaufen, wird ebenfalls die Dankbarkeit der eigenen Brieftasche ernten. Allgemein sollte man als Langzeiturlauber ein Monatsbudget von 14000 bis 28000 ¥ (bzw. ein Wochenbudget von 3500 bis 7000 ¥ – in dichtbevölkerten Zentren eventuell mehr) für den Lebensmitteleinkauf einplanen.

Nah- und Fernverkehr:

Als Nutzer des öffentlichen Nah- und Fernverkehr in Deutschland macht man die Erfahrung, dass die schnellsten verfügbarsten Verkehrsmittel auch die teuersten sind. Das ist in Japan nicht anders: Für ein Zugticket von Osaka nach Tokyo etwa werden zwischen 15000 und 20000 ¥ verlangt – vergleichbar mit einem Erste-Klasse-ICE-Ticket von Berlin nach Frankfurt. Einzelfahrten im Nahverkehr kosten bis zu 250 ¥, Tageskarten bis zu 800, Überlandbusfahrten etwa 2500 ¥.

Wenn man schon im Vorfeld darüber nachdenkt, viel per Zug während der Japan Reise zu reisen, sollte man in Betracht ziehen, einen Japan-Rail-Pass zu erwerben, der das kostenfreie (abgesehen von den Kosten für den Pass selbst) Befahren im JR-Netz ermöglicht. Den Pass kann man noch vor Urlaubsantritt zum Beispiel auf jrailpass.com bestellen und kostet je nach Gültigkeitsdauer zwischen 230 und 470 €.

Ausflüge:

Für die meisten Museen und Tempel fällt auf deiner Japan Reise kein Eintritt an, andere Sehenswürdigkeiten können wiederum einen Unkostenbeitrag von bis zu 1250 ¥ verlangen. Tempelbesichtigungen in Kyoto sind ebenfalls mit einer Eintrittsgebühr verbunden. Der Einlass in den atemberaubenden Kiyomizu-dera-Tempel etwa kostet 400 ¥. Der Großteil der städtischen Parkanlagen ist wiederum kostenfrei und wo sie es nicht sind, lassen sich Tagespässe (auch für Tempelanlagen) erwerben.

In jedem Fall ist es lohnenswert, sich vorher zu informieren. Für den deutschsprachigen Raum bietet jnto.de eine Fülle an Informationen.

Zwischenergebnis:

Wer seinen Japan Urlaub auch genügsam verbringen und auf Luxus größtenteils verzichten kann, der wird mit einem Tagesbudget von 8000 bis 9000 ¥ auskommen. Das heißt: Günstig nächtigen (Hostel o.ä.), öffentliche Verkehrsmittel nutzen, beim auswärts Essen sparsam sein, aber vor allem Mahlzeiten selbst zubereiten. Wenn es nicht ganz so lotterlastig sein soll, muss das Budget entsprechend angepasst werden. Bei noch genügsamerem Aufenthalt hingegen lässt sich das Tagesbudget sogar noch drücken.

Kostentipps für die Japan Reise:

  • Ein Großteil der Sehenswürdigkeiten, zu denen Tempel, Museen, Parks, Denkmäler, historische Stadtteile etc. zählen, sind entweder kostenfrei oder verlangen nur einen kleinen Obolus zur Besichtigung.
  • Busreisen, auch überland, sind wie auch hierzulande günstiger als Zugreisen. Es sei denn, man möchte möglichst viele verschiedene Orte in den Japan Urlaub packen, dann ist man mit einem Japan-Rail-Pass gut beraten.
  • Wer Mahlzeiten selbst zubereitet, spart sich den Koch. Das ist in Japan nicht anders. Zudem bieten viele Hostels auch Küchen zum Selberkochen. Budgetbewusstes Einkaufen macht außerdem den Geldbeutel frei für zusätzliche Besichtigungen und Touren. 100-Yen-Läden eignen sich hier besonders für die Dinge des täglichen Bedarfs, wenn Qualität eine untergeordnete Rolle spielt. Im 7-Eleven-Markt lassen sich desweiteren Mahlzeiten gleich vor Ort einnehmen.
  • Reis-, Nudel- und Currygerichte gehören zu den kostengünstigsten in Japan. Dagegen ist Sushi auch für den Großteil der arbeitenden Bevölkerung in Japan entweder nicht erschwinglich oder gehört zu den exotischen Ausgehmahlzeiten.
  • Nach 20 Uhr Lebensmittel einzukaufen, ist generell eine gute Idee in Ortschaften, in denen dies möglich ist. Wie auch hierzulande senken die Märkte die Preise auf Frischware in dieser Zeitspanne.
  • Wenn man Reinigungsarbeiten nicht scheut, gibt es in Japan Hotels, die für die Unterkunft arbeiten lassen. Zeit und Armschmalz vorausgesetzt, lässt sich derart ein großer Kostenpunkt prinzipiell umgehen.
  • Wer schon Erfahrungen mit Couchsurfing gemacht hat oder prinzipiell kein Gegner davon ist, in anderer Menschen Wohnungen einzufallen, kann auf den einschlägigen Webseiten sicher einen geeigneten Gastgeber finden. Wichtig hierbei ist, möglichst früh Anfragen zu stellen und die Zeitdifferenzen zwischen den Korrespondenzen zu beachten – soll heißen, Antworten auf Anfragen nach Japan können auf sich warten lassen.

Sehenswürdigkeiten, die einen Blick, und Orte, die einen Besuch in Japan wert sind

An welcher Stelle sollte man in Japan ansetzen, wenn nicht in Tokyo. Die Stadt zählt seit dem Nachkriegs-Hightech-Boom nicht nur als Technologieoase in Südostasien, sondern sie stellt auch das Sinnbild einer Megametropole und zeigt so unterschiedliche Gesichter wie kaum eine andere Stadt. Von den Hyperlanes der Moderne wie Shibuya und Akihabara, die schon in den 80er-Jahren Punk-Romane wie Neuromancer inspirierten, über die traditionelleren Einrichtungen wie den Tsukiji-Fischmarkt oder Asakusa, der Teil, der das „alte Tokyo“ repräsentiert, zu den unzähligen Ruhepolen und historischen Anlagen (wer sich die Lebensart der Shogun ansehen möchte, wird im zentralen Tokyo etwa mit dem Kaiserpalast bedient) – touristisch bietet Tokyo ein sehr abgerundetes Angebot.

Japan Reise

Möglicherweise der einzige Haken: In den historischen Anlagen muss man sich mit den Wogen der vor allem japanischen Touristen bewegen.

Die westlich von Tokyo gelegene ehemalige Hauptstadt Japans dagegen kann man als das komplette Gegenbeispiel zur Megatropolis sehen. Kyoto wirkt schon auf den ersten Blick ländlicher, naturbelassener, traditioneller und so findet man hier ein reiches Angebot an Tempeln, Schreinen, Parks. Ruhe, Entspannung und eine gehörige Portion Althergebrachtes sind in Kyoto somit garantiert.

Auch lässt sich mit Kyoto im Zentrum fast die komplette Geschichte Japans – von ihren Anfängen bis zur Moderne – hautnah erleben.

Die Wiege der japanischen Zivilisation lässt sich in den südlich von Kyoto gelegenen Regionen in und um Asuka und Sakurai nacherleben. Dort findet man von allem das Älteste: den ältesten Tempel, den ältesten (offiziellen) Schrein, die ältesten Grabanlagen, die älteste Straße und selbstverständlich die ältesten erhaltenen Ortschaften Japans. Wer tief in den Ursee der japanischen Zivilisation eintauchen möchte, ist alleine in dieser Region für wenigstens eine Woche beschäftigt.

Japan Urlaub

Moderne(re) japanische Kultur und Geschichte kann man dagegen im nahegelegenen Osaka bestaunen. Die Stadt befindet sich irgendwo mitten auf dem schmalen Grad zwischen der pittoralen Gemütlichkeit Kyotos und tokyoter Popmoderne und kann hier mit ganz speziellen Sehenswürdigkeiten punkten. Architektonisch betrachtet ist Osaka schon ein Hingucker, auch wenn die Skyline mancherorts durch die vielen modernen und post-modernen Einflüsse wie zusammengewürfelt erscheint, wird sie doch nie langweilig und bei wem es etwas bunter sein darf, kann sich im Minami-Stadtzentrum vergnügen – zu bestaunen gibt es dort immer etwas. Und wenn es doch nicht mit so viel Trubel zugehen soll, lohnt sich ein Abstecher in das fast schon unverfroren riesige Osaka-Aquarium (für weniger als 20 € zu besichtigen!) oder in eines der vielen verschiedenen Museen. Wer dann immer noch nicht genug von Fisch hat, kann einen Trip ins Tempozan-Hafenviertel unternehmen. Dort gibt es auch ein Riesenrad, das einen fantastischen Ausblick auf die Stadt und den Hafen bietet.

Im Norden schließlich findet man fern vom Getümmel der japanischen Metropolen die Insel Hokkaido, die sich mal winterlich, mal im Farbenmeer des Frühlings, aber immer naturbelassen präsentiert. In Hokkaido findet der geneigte Outdoorfreund deshalb eine Fülle von Nationalparks und unberührten Flecken Natur vor, an denen man wieder so richtig Kraft tanken kann. Die weitreichenden Seenlandschaften Hokkaidos erwecken das Gefühl, fernab jeglicher Zivilisation zu sein und die stark bewaldeten Moor- und Vulkanlandschaften zeigen hier die wilde Seite Japans. Wem außerdem die Worte „Asahikawa“ und „Winterfest“ nichts bedeuten, kann sich hier einen kleinen Eindruck von den riesigen Schnee- und Eisskulpturen verschaffen, die jedes Jahr im Februar dort entstehen.

Japan Reise

Am anderen Ende der Inselkette wiederum hängt sich Kyushu an den Rest Japans. Auf der Insel tritt nicht nur die geballte Kraft der Erde an die Oberfläche (Kyushu ist bekannt für dessen aktive Vulkanlandschaften), es treffen hier auch die Kulturen aufeinander und in vielen Städten erlebt und sieht man noch den historischen (sprich: bewahrten) Einfluss der westlichen Kolonialmächte.

Auch in Kyushu ist der Naturfreund bestens aufgehoben und kann weitab touristischer Primärziele die Landschaften und verschlafenen Orte erkunden. Im Gegensatz zu Hokkaido befindet man sich in Kyushu allerdings in den Subtropen und dementsprechend schwül ist es auch. Den gewissen Hauch vom mythologisch geprägten Japan erlebt man aber vor allem auf dieser Insel, auf der die Geister Japans noch in den Hügeln, Wäldern, Seen und Tälern schlafen.

Von Nord nach Süd und West nach Ost gibt es in Japan selbstverständlich noch eine unzählige Anzahl weiterer Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, als sich in einem Artikel zusammenfassen lassen (ich sage nur Fuji, Hiroshima, die tropischen Inseln Okinawas, das weiträumige Hakone etc. pp.). Deshalb kann ich nur empfehlen, dass man sich vom eigenen Geschmack leiten lassen sollte: Wem die schrille Popmoderne Japans eher Kopfschmerzen bereitet, sollte sich von den Hightech-Zentren fernhalten. Und auf der anderen Seite, wer sich in ländlichen Gegenden eher langweilt, braucht nicht erst einen Trip nach Hokkaido zu buchen. Wichtig ist auch, sich vorher einen Überblick über die örtliche Preislage zu verschaffen, die auch stärker variieren kann.

Ich hoffe, wir konnten euch einen kleinen Überblick darüber verschaffen, was eine Japan Reise zu bieten hat. Bis bald.

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Sebastian